Liebe statt Angst – PM zur Demo am 13.06.2020

14.06.2020
Kontakt: presse (at) weiterdenken-marburg.de

Pressemitteilung zur Demonstration „Rückbesinnung auf Liebe statt Angst und Wiederherstellung unserer Bürgerrechte am 13.06.2020 in Marburg (als PDF hier)

Am 13.06.2020 versammelten sich in Marburg etwa 80 Menschen vor der Marburger Stadthalle, um sich in Zeiten der Coronamaßnahmen-Krise auf Liebe statt Angst zurückzubesinnen und die Wiederherstellung aller zur Zeit eingeschränkten Bürgerrechte einzufordern.

Dr. Frank Michler kritisierte Gewalt-Exzesse, die durch Alltagsrassismus, schlechte Polizeiausbildung und ausufernde Macht autoritärer Staatsgewalt befördert werden. Als Beispiele führte er die Schicksale von George Floyd, Daniel Shaver, Chelsea Manning und Julian Assange an.
Er entschuldigte sich auch bei Menschen, die sich auf der „Black-Lives-Matter“-Demo letzten Samstag in ihrer Wut und Trauer durch einen Audioclip von Prof. Dr. Christian Drosten gestört fühlten, den Michler über eine Lautsprecherbox abgespielt hatte.

Prof. Drosten hatte in einem Interview erläutert, dass Masken eine Übertragung von SARS-CoV-2 nicht verhindern könnten, und man besser zu Hause bleiben solle, wenn man Krankheitssymptome hat. Dr. Michler beschrieb die Demonstrationen von hunderttausenden Menschen letzte Woche als epidemiologisches Experiment, welches in den nächsten zwei Wochen Aufschluss über die tatsächliche Infektions- und Gesundheitsgefahr durch das Coronavirus geben wird: „Wenn wir keinen drastischen Anstieg der Erkrankungs- und Todeszahlen sehen, dann ist die Hypothese widerlegt, dass eine Aufhebung der Maßnahmen unser Gesundheitssystem zum Zusammenbruch bringen würde.“

Claudia Wittmann berührte die Versammlungsteilnehmer, als sie von einem 105-Jährigen berichtete, der kürzlich in einem Pflegeheim für Demenzkranke verstarb – nicht an COVID-19, sondern an Einsamkeit. Die Corona-Einschränkungen hatten ihm sein letztes Lebenselixier geraubt: Gespräche und menschlichen Kontakt mit seinen Besuchern.
In ihrer Rede zitierte sie auch aus dem Analysepapier von Stephan Kohn, einem Mitarbeiter des Bundesinnenministeriums: „Der Kollateralschaden ist inzwischen höher ist als der erkennbare Nutzen.“

GegendemonstrantInnen von „antifa gruppe 5“ und „Interventionistische Linke Marburg“ hatten fast alle Redebeiträge – auch den von Claudia Wittmann – mit lauten Megafon-Ansagen gestört. Daraufhin forderte Emilia Sophie Rahim die GegendemonstrantInnen heraus, zu den auf den regierungskritischen Demonstrationen vorgebrachten Fakten und Kritikpunkten Stellung zu beziehen, statt mit leeren Parolen gegen eine herbeifantasierte „Querfront“-Gefahr zu wettern und Menschen mit jüdischen Wurzeln als Antisemiten zu verleumden:
„Was ist denn Eure „linke“ Antwort auf den von Jens Spahn gewünschten Impfzwang? Was ist Eure „linke“ Antwort auf den Ausbau der Überwachungs-Infrastruktur durch Pläne zum digitalen Seuchenpass und zur Zensur in den sozialen Medien? Wie stellt ihr Euch als „Linke“ zur Verbreitung antisemitischer Stereotype durch Prof. Thomas Noetzel in der Oberhessischen Presse? Wie grenzt Ihr als „Linke“ Euch ab von Gewalttaten gegen Andersdenkende, z.B. bei Anschlägen in Stuttgart und Berlin?“

Rüdiger Schapner plädierte für Menschenwürde und Menschlichkeit, forderte eine freie Impfentscheidung und lenkte den Blick auf die sozialen Verwerfungen, die von der verfehlten Coronamaßnahmenpolitik ausgelöst werden: „Die verhängten Einschränkungen treffen am schlimmsten die Ärmsten unserer Gesellschaft.“

Lisa Hörwick ist fassungslos über die Willkür, mit der Gerichte in ihren Urteilsbegründungen die Masken mal für wirksam, mal für unwirksam erklären: „Ich werde solange auf die Straße gehen und demonstrieren, bis deutsche Gerichte endlich wieder Recht sprechen. Und ich meine damit ein gleiches Recht für alle!“

Violetta Winterberg appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen: „Ich wünsche uns als Menschheit, dass wir verstehen, dass wir ein Bewusstsein entwickeln, Verantwortung übernehmen, jeder Einzelne von uns, und dass wir gemeinsam als Menschheitsfamilie eine neue Welt bauen.“

Viola Borsig berichtete davon, wie gerade jüngere Kinder unter den Corona-Einschränkungen leiden: „Auch, dass Kinder unter drei Jahren ängstlich auf Masken reagieren, musste ich leider selbst mit ansehen. Dass man seinen Mitmenschen ins Gesicht sehen kann, ist nicht nur für kleine Kinder wichtig.“

Den letzten Redebeitrag lieferte Timo Holzapfel, Student der Sozialwissenschaften an der Philipps-Universität. Er berichtete von einem persönlichen Erlebnis bei einem Ausflug mit einer schwerstbehinderten Frau. Dieser wurde der Zutritt zu einem Einkaufszentrum verwehrt, wo sie die Toilette aufsuchen wollte. Der Grund: sie kann aus gesundheitlichen Gründen – was von ihrem Arzt schriftlich attestiert wurde – keine Maske tragen. Dem Sicherheitsmitarbeiter des Einkaufszentrums war das Ärztliche Attest egal. Er wollte es noch nicht einmal sehen.

Anhang: Statements der Rednerinnen und Redner auf der Versammlung

Die im Folgenden aufgeführten Beiträge sind die persönlichen Meinungen und Einschätzungen der Redner. Offener Diskurs und das gegenseitige Zuhören ist den Veranstaltern ein wichtiges Anliegen.

Dr. Frank Michler, Biologe, Software-Entwickler

Zu Beginn seiner Rede entschuldigte sich Dr. Michler bei Menschen, die sich während der BLM-Demo letzten Samstag in ihrer Wut und Trauer über George Floyd gestört fühlten, als Michler im Vorbeigehen einen Audioclip von Prof. Christian Drosten abgespielt hatte [1]. Auch stellte er Falschdarstellungen in der Oberhessischen Presse richtig [2].

Dr. Michler sagte dazu: „Im Nachhinein muss ich mir eingestehen, dass dies als Provokation angekommen ist und unsensibel den Menschen gegenüber war, die sich persönlich durch rassistische Gewalt bedroht fühlen oder persönliche Erfahrungen mit Alltagsrassimus erlebt haben. Die systemische Polizeigewalt und der latente Rassismus in den USA sind absolut zu verurteilen. Die Sklavenhalter-Kultur, die einen prägenden Teil der US-Geschichte ausmacht, ist dort bis heute nicht vollständig überwunden. Dazu kommt die mangelhafte Polizeiausbildung in den USA, so dass es in den letzten Jahrzehnten immer wieder erschreckende Fälle von Polizeigewalt gab – wie jetzt im Fall von George Floyd oder auch vor vier Jahren bei der Tötung von Daniel Shaver, der 2016 unbewaffnet und wehrlos in einem Hotelflur von einem Polizisten hingerichtet wurde [3]. Solche Gewalt-Exzesse sind durch nichts zu rechtfertigen.“

Im Weiteren ging Michler auf die Gewalt von Staatsapparaten gegenüber kritischen Menschen ein, die Missbrauch von Macht offenlegen. Als Beispiele führte er Chelsea Manning und Julian Assange an:

„Floyd und Shaver sind zwei Beispiele für Gewalt-Exzesse, die von einzelnen Menschen – einzelnen US-Staatsbeamten – ausging. Dazu gibt es noch die Gewalt, bei der sich die geballte Macht von Staatsapparaten gegen einzelne Menschen richtet, die deren Interessen im Weg stehen. Und hier möchte ich auch zwei Beispiele benennen, auf die hier in der Vergangenheit schon hingewiesen wurde, die wir aber immer wieder benennen müssen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Und das sind Whistleblower und Journalisten, die in einer aufgeklärten, demokratischen Gesellschaften besonders wichtig sind, weil sie durch Aufklärung ein Korrektiv zu missbrauchsanfälligen Machtstrukturen bieten, und – als 4. Gewalt – Machtmissbrauch aufdecken und Macht begrenzen. Chelsea Manning hat dies getan durch die Weitergabe des „Collateral Murder“-Videos an Wikileaks. Damit hat sie Beweise für Kriegsverbrechen der US-Armee im Irak öffentlich gemacht. Sie hat Sie saß 7 Jahre in einem Hochsicherheitsgefängnis – zum Teil unter grausamen Haftbedingungen [4]. Im März 2019 hat der US-Staat Manning in Beugehaft genommen, um belastende Aussagen gegen Julian Assange zu erzwingen.

Julian Assange sitzt noch immer als ein politischer Gefangener in Großbrittanien – in Belmarsh, einem Hochsicherheitsgefängnis für Terroristen. Sein Verbrechen ist seine journalistische Arbeit für Wikileaks. Solche mutigen Menschen, die sich trauen, die Wahrheit laut und öffentlich zu sagen, sind heute wichtiger denn je!“

Um diese Exzesse von Machtmissbrauch bewusst zu machen, regte Dr. Michler eine Gedenkminute an für: George Floyd, Daniel Shaver, Chelsea Manning, Juilan Assange.

Während vergangenen Samstag die Gegendemonstranten eine Gedenkminute für Assange, Snowden und Manning mit Megafon-Ansagen lautstark unterbrochen hatten, wurde diese Gedenkminute respektiert. Michler bedankte dafür bei den Gegendemonstranten.
Michler begrüßte, dass in der vergangenen Woche die Freiheiten für politische Demonstrationen deutlich ausgeweitet worden sind, so dass hunderttausende Menschen dicht gedrängt ihre Meinungen und ihren Protest äußern konnten.

In Bezug auf die behaupteten Gesundheitsgefahren durch SARS-CoV-2-Ansteckung beschrieb er dies als epidemiologisches Bevölkerungsexperiment:

Die weiterhin anhaltenden Einschränkungen der Grundrechte und des öffentlichen Lebens basieren auf der Hypothese, dass weiterhin eine große Infektionsgefahr besteht, falls Menschen sich zu nahe kommen. Prof. Drosten – einer unserer meist gehörten Experten bezüglich der aktuellen Virus-Krise – sagt, dass ohne physischen Abstand die Masken eine Virus-Übertragung nicht verhindern können. Durch die unzähligen Demos ohne Abstand gibt es jetzt de facto ein bundesweites epidemiologisches Bevölkerungs-Experiment zur aktuellen Ansteckungs- und Gesundheitsgefahr durch SARS-CoV-2. Dieses kann die Gefährlichkeits-Hypothese stützen oder falsifizieren. Trifft die Hypothese zu, dann sind in den nächsten zwei Wochen weit über die erhöhte Testkapazität hinaus drastisch ansteigende Infektionszahlen sowie eine Zunahme schwerer Erkrankungen zu erwarten. Falls wir das nicht sehen – dann ist die Hypothese widerlegt. Das würde bedeuten, dass einschränkende Maßnahmen schon jetzt keine verhältnismäßige Rechtfertigung mehr haben.
Forderung an Merkel: Alle Maßnahmen sofort aufheben! Die Coronamaßnahmen-Krise jetzt beenden!“

QUELLEN:
[1] 15 Sekunden Audioclip mit Prof. Dr. Christian Drosten
https://www.youtube.com/watch?v=J7Ic_bbRkXQ&t=45s

[2] Gegendarstellung und Statement von Dr. Michler zu Berichten in der Oberhessischen Presse
https://coronablog.grundgesetz-marburg.de/index.php/2020/06/12/zum-drosten-masken-skandal/

[3] Body-Cam Video Of Daniel Shaver Shooting | Los Angeles Times
https://www.youtube.com/watch?v=VBUUx0jUKxc

[4] https://www.spiegel.de/politik/ausland/haftbedingungen-von-bradley-manning-grausame-und-ungewoehnliche-bestrafung-a-756226.html

Claudia Wittmann

Claudia Wittmann berührte die Versammlungsteilnehmer, als sie von einem 105-Jährigen berichtete, der kürzlich in einem Pflegeheim für Demenzkranke verstarb – nicht an COVID-19, sondern an Einsamkeit. Menschen in Pflegeheimen können seit Wochen keinen Besuch empfangen. Der 105-Jährige war auf seiner Station der einzige noch sprechfähige Bewohner. Die Corona-Einschränkungen hatten ihm sein letztes Lebenselixier geraubt: Gespräche und menschlichen Kontakt mit seinen Besuchern.

Claudia Wittmann fühlt sich durch ihre Erfahrungen im persönlichen Umfeld dazu genötigt, selbst aktiv zu werden: „Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am
Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten!!!“

Sie begann ihren Beitrag mit den Problemen der Maskenpflicht:
„Zunächst einmal möchte ich meine Freude ausdrücken darüber, dass ich ohne Mundschutz sprechen darf. Ich finde es nicht nur bedenklich, an frischer Luft immer meine eigene ausgeatmete Luft einatmen zu müssen, es gibt mir auch, vor allem wenn ich aufgeregt bin, wie jetzt, das Gefühl zu ersticken. Und da kommen wir zum Thema, das mich jeden Tag beschäftigt. Wie ist es möglich, dass so viele Menschen diese Maske einfach widerstandslos akzeptieren? Immer wieder sehe ich ältere Menschen auf der Straße, mit Masken, auch beim Fahrradfahren. Macht sich denn niemand Gedanken darüber, was das für einen Sinn haben sollte? Die Menschen bringen sich dadurch in Gefahr und verschwenden nicht einen Gedanken daran, nur weil man ihnen gesagt hat, dass man diese Masken tragen soll? Tim Szent-Ivanyi von der FR schreibt am 3.Juni: „Ein Ausbruch in einem Pflegeheim oder dutzende Infizierte nach Familienfeiern – was derzeit im thüringischen Kreis Sonneberg oder in Göttingen passiert – ist der neue Alltag in Deutschland!“ Weiter
schreibt er: „Mehrere Ausbrüche gleichzeitig-und schon besteht die Gefahr, dass die Lage außer Kontrolle gerät. Dann hilft nur noch ein neuer Lockdown, zumindest regional.“ Der Artikel nannte sich „Disziplin hält gesund“. Das konnte man in Deutschland schon immer gut, den drohenden Zeigefinger erheben.
Wenn ich in der Öffentlichkeit jemanden auf das Maskentragen anspreche und es in Frage stelle, immerhin gab es in der Region Marburg-Biedenkopf 195 Infizierte, 3 Tote und in den letzten 7 Tagen keine Infektionen, werde ich wie eine Staatsfeindin behandelt, weil ich Fragen stelle, und weil ich unsinnige Vorschriften nicht akzeptiere. Immer wieder bekomme ich zu hören, „es wird nun mal verlangt, also muss man es machen“?????
Solche Antworten machen mir Angst, denn sie erinnern mich an die Antworten von Menschen , die in den Vernichtungslagern zur Zeit des Nationalsozialismus gearbeitet haben. Haben die Menschen denn nichts gelernt?
Und immer weiter wird Panik gemacht. In einem Leitartikel in der FR schreibt Markus Decker, „Lockerungen, wie sie Ramelow vorschweben, könnten überdies rasch negative Folgen für Nachbarländer haben. Schließlich ist Thüringen keine Insel. Es reicht doch der Blick auf die jüngsten Infektionsherde in Hessen und Ostfriesland, um zu erkennen, wie fragil die Lage ist.“ Komisch ist nur, dass in Bayern, wo so strenge Regel herrschen, mehr Infektionen pro 100.000 Einwohner zur Zeit auftreten, als im Osten unseres Landes. Dort gibt es in den letzten 7 Tagen so gut wie keine Infektionen mehr. Wo bleiben die Fragen?
Diese Gedanken und Fragen sind natürlich nicht neu, spreche sie jedoch an, da ich denke, dass wir nicht aufhören dürfen nachzufragen, uns zu informieren und die Dinge nicht einfach nur hinnehmen dürfen. Wir müssen eine kritische Zivil-Gesellschaft sein und bleiben, auch wenn es anstrengend ist.
Dazu gehört für mich auch, dass wir immer wieder uns erinnern, dass es Menschen schon vor Wochen gab und gibt, die Fragen stellten, die kritisch waren. Dazu gehört folgender Bericht:
Ein Referent im „Referat KM 4: Schutz Kritischer Infrastrukturen im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat” hat nach vergeblichen Versuchen, mit Vorgesetzten über seine alarmierende und umfangreiche Analyse [1] zu sprechen, diese „an den Krisenstab sowie die fachlichen Arbeitskreise auf Bundesebene (in allen Ressorts) sowie mit den Ländern (alle Bundesländer) abgeschickt.” Seine Bitte, den Alarmruf dem Minister vorzulegen, war ohne Prüfung des Inhalts abgelehnt worden.


Auszüge daraus:
„Die beobachtbaren Wirkungen und Auswirkungen von COVID-19 lassen keine ausreichende Evidenz dafür erkennen, dass es sich – bezogen auf die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Gesamtgesellschaft – um mehr als um einen Fehlalarm handelt. Durch den neuen Virus bestand vermutlich zu keinem Zeitpunkt eine über das Normalmaß hinausgehende Gefahr für die Bevölkerung (Vergleichsgröße ist das übliche Sterbegeschehen in DEU). Es sterben an Corona im Wesentlichen die Menschen, die statistisch dieses Jahr sterben, weil sie am Ende ihres Lebens angekommen sind und ihr geschwächter Körper sich beliebiger zufälliger Alltagsbelastungen nicht mehr erwehren kann (darunter der etwa 150 derzeit im Umlauf befindlichen Viren). Die Gefährlichkeit von Covid-19 wurde überschätzt. (innerhalb eines Vierteljahres weltweit nicht mehr als 250.000 Todesfälle mit Covid-19, gegenüber 1,5 Mio. Toten während der Influenzawelle 2017/18). Die Gefahr ist offenkundig nicht größer als die vieler anderer Viren. Wir haben es aller Voraussicht
nach mit einem über längere Zeit unerkannt gebliebenen globalen Fehlalarm zu tun. – Dieses Analyseergebnis ist von KM 4 auf wissenschaftliche Plausibilität überprüft worden und widerspricht im Wesentlichen nicht den vom RKI vorgelegten Daten und Risikobewertung.
Der Kollateralschaden ist inzwischen höher ist als der erkennbare Nutzen. Dieser Feststellung liegt keine Gegenüberstellung von materiellen Schäden mit Personenschäden (Menschenleben) zu Grunde! Alleine ein Vergleich von bisherigen Todesfällen durch den Virus mit Todesfällen durch die staatlich verfügten Schutzmaßnahmen (beides ohne sichere Datenbasis) belegen den Befund.
Die staatlich angeordneten Schutzmaßnahmen, sowie die vielfältigen gesellschaftlichen Aktivitäten und Initiativen, die als ursprüngliche Schutzmaßnahmen den Kollateralschaden bewirken, aber inzwischen jeden Sinn verloren haben, sind größtenteils immer noch in Kraft. Es wird dringend empfohlen, sie kurzfristig vollständig aufzuheben, um Schaden von der Bevölkerung abzuwenden – insbesondere unnötige zusätzliche Todesfälle –, und um die möglicherweise prekär werdende Lage bei den kritischen Infrastrukturen zu stabilisieren.
Die Defizite und Fehlleistungen im Krisenmanagement haben in der Konsequenz zu einer Vermittlung von nicht stichhaltigen Informationen geführt und damit eine Desinformation der Bevölkerung ausgelöst.“

Der Referent wurde, wie man sich vorstellen kann, seines Dienstes enthoben.


In einem Leserbrief in der FR spricht mir eine Marburgerin aus dem Herzen: „Was mich wundert ist, dass die Leserschaft größtenteils so brav und autoritätshörig ist, wenig differenziert und vor allem nicht selber denkt. Es ist fast ein Verbrechen, was in Corona-Zeiten mit Kindern, Familien und Alten als Kollateralschaden hingenommen wird.“
Es bleiben noch viele Fragen offen. Seien wir selbst-denkend, fragen wir weiter, versuchen wir weiterhin zu verstehen, und lassen wir nie, aber auch wirklich nie, den Satz: „es ist nun einmal so“, über unsere Lippen kommen!

QUELLEN
[1] Auswertungsbericht des Referats KM4 – „Coronakrise 2020 aus Sicht des Schutzes kritischer Infrastrukturen“
https://weiterdenken-marburg.de/wp-content/uploads/2020/06/BMI-Papier.pdf

Emilia Sophie Rahim

Emilia Sophie Rahim forderte ein, dass Menschen über medikamentöse Behandlungen und Impfungen weiterhin frei entscheinden dürfen. Sie zeigte auch auf, dass grundlegende Änderungen an unserem Wirtschaftssystem notwendig seien, um nachhaltig ein menschenwürdiges Leben auf der Erde zu ermöglichen. Sie wandte sich auch an störende GegendemonstrantInnen und forderte diese auf, zu konkreten Sachthemen Stellung zu nehmen. Sie zweifelte an, ob diese GegendemonstrantInnen von „antifa gruppe 5“ und „Interventionistische Linke Marburg“ tatsächlich als so „links“ einzuordnen sind wie diese es von sich behaupten.

„Ich wünsche mir eine neue Welt, in der jeder Mensch das Recht hat, selbst über seinen Körper und dessen Unversehrtheit zu entscheiden, über medikamentöse Behandlungen ebenso wie Impfungen und insbesondere Impfungen, die aus gutem Grund bisher nicht auf den Markt kamen, weil sie mit unabsehbaren Folgen in genetische Mechanismen eingreifen. Eine Welt, in der endlich wieder erkannt wird, wie perfekt unsere Natur ist. Und ja – unser Immunsystem funktioniert und reguliert sich selbst, wenn man es lässt und Zugang zu nötigen natürlichen Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminen hat [1]. Stattdessen sehen wir gerade, wie sehr reiche Menschen, Konzerne und Regierungen ein Machtmonopol gebildet haben, die über die Köpfe der Menschen hinweg bestimmen, in der sie Mithilfe von Medienmanipulation eine Krise heraufbeschwören und befeuern und nun für ihre misanthropen Zwecke nutzen. In anderen Ländern dieser Erde wurden den Ärmsten in Slums, die keine Stimme haben um sie zu erheben, durch genau diese Allianzen mithilfe von
Impfkampagnen entweder Impfungen verabreicht, die schwerere Lähmungen verursachten als der natürliche Erreger oder Stoffe hinzugefügt, die zu Unfruchtbarkeit führen. Viele Menschen sind gestorben, viele sind ihr Leben lang geschädigt, in Ländern, in denen es ohnehin keine Infrastruktur gibt, die die Schwächsten unterstützt. Vor allem wage ich zu bezweifeln, dass sich diese Menschen, die zum Großteil religiös sind, sich wissentlich die Zellen abgetriebener menschlicher Föten hätten in die Venen spritzen lassen. Es gibt außerdem kaum von den Herstellern unabhängige Impfstoff-Studien und nur in wenigen Fällen den Vergleich mit einer echten Placebo-Kontrollgruppe.“

„Was wir brauchen ist ein neues menschen- und ressourcenorientiertes Wirtschaftssystem, denn wir haben unsere Erde geschändet und ausgebeutet und unser bequemes Leben wie wir es kannten war nur durch die Ausbeutung anderer Völker und unserer Erde möglich!“

Emilia Sophie Rahim forderte die GegendemonstrantInnen heraus, zu den auf den regierungskritischen Demonstrationen vorgebrachten Fakten und Kritikpunkten konkret Stellung zu beziehen, statt mit leeren Parolen gegen eine herbeifantasierte „Querfront“-Gefahr zu wettern, und Menschen mit jüdischen Wurzeln als Antisemiten zu verleumnden:
„Was ist denn Eure „linke“ Antwort auf den von Jens Spahn gewünschten Impfzwang? Was ist Eure „linke“ Antwort auf Ausbau der Überwachungs-Infrastruktur durch Pläne zum digitalen Seuchenpass und zur Zensur in den sozialen Medien? Wie stellt ihr Euch als „Linke“ zur Verbreitung antisemitischer Stereotype durch Prof. Thomas Noetzel [2]? Wie grenzt ihr als „Linke“ Euch ab von Gewalttaten gegen Andersdenkende z.B. bei Anschlägen in Berlin [3, 4] und Stuttgart [5]?“

QUELLEN:

[1] „Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln sowie Lebensmitteln mit Vitamin-Zusatz sollten aus Sicht der Bundesregierung EU-weit geregelt werden. Das teilte Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) am Montag mit. Die Ministerin warnte zudem erneut vor Werbung für Nahrungsergänzungsmittel, die Schutz vor dem Coronavirus verspricht oder andeutet.“
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/04/23/nem-und-lebensmittel-hoechstmengen-fuer-vitamine-und-mineralstoffe

[2] Nötzel hatte in der OP antisemitische Stereotype verbreitet:
„Vielmehr kämen in solchen Zusammenhängen immer wieder antisemitische Stereotype zum Vorschein. ‚Der Milliardär, der alles kaufen, der alles lenken kann.’“
https://www.op-marburg.de/Marburg/Marburger-Politologe-setzt-sich-kritisch-mit-Verschwoerungsdemos-auseinander

[3] Erste Spuren nach dem Angriff auf das ZDF-Team am 1. Mai in Berlin führen ins linksextreme Spektrum
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/05/berlin-angriff-heute-show-bundesregierung-reaktion-ermittlungen.html

[4] Zu drei der sechs zunächst Festgenommenen lagen laut Polizei „Erkenntnisse im Bereich der politisch motivierten Kriminalität links“ vor.
https://www.tagesschau.de/inland/angriff-zdf-kamerateam-109.html

[5] Unbekannte sollen Technik-Lastwagen angezündet haben
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.vor-corona-protest-in-stuttgart-unbekannte-sollen-technik-lastwagen-angezuendet-haben.bdf3a22b-7410-4208-a6ac-e4f8357b2db2.html

Rüdiger Schapner

„Mein Name ist Schapner, Rüdiger Schapner.
Aber das spielt keine Rolle, weil heute zählt nur das Wir. Ich stehe heute hier, für alle freien Menschen, die gegen Schubladendenken und jede Form von totalitärem oder faschistischem Handeln sind – für ein liebevolles und respektvolles Miteinander.

Wir sind heute hier, um für eine Welt aufzustehen, in der wir wirklich leben wollen. In einer Welt ohne Angst, Manipulation und Lüge. Wir stehen für unsere Freiheit, unsere Demokratie und unser Grundgesetz.
Unser Körper gehört uns, und wir fordern deshalb eine freie Impfentscheidung. Ein freies, selbstbestimmtes und gesundes Leben in Würde. Wir sagen ‚ja‘ zur Selbstverantwortung.

Wir wollen eine freie, faire Presse und sachliche Berichterstattung, in der alle Seiten gleichermaßen gehört werden. Wir fordern die Unabhängigkeit der Politik von wirtschaftlichen Lobbyinteressen.

Vor allem sind wir aus Liebe hier. Liebe zu unseren Eltern, Geschwistern und Kindern. Die Liebe zu unseren Mitmenschen.
Am meisten Leid entsteht bei den Schwächsten unserer Gesellschaft. Unsere Ältesten, unseren Kindern und allen Abgehängten. Die verhängten Einschränkungen treffen am schlimmsten die Ärmsten unserer Gesellschaft.

Daher fordern wir intelligente uns sinnvolle Strategien der Gesundheitsvorsorge – ohne Angstmacherei.

Aufhebung aller Einschränkungen! Wiederherstellung unserer Grundrechte!

Menschenwürde und Menschlichkeit sind auf unserem Planeten oberstes Gebot. Dafür wollen wir gemeinsam einstehen.

Lisa Hörwick

Lisa Hörwick ist fassungslos über die Willkürlichkeit mit der Gerichte in ihren Urteilsbegründungen die Masken mal für wirksam, mal für unwirksam erklären:

„Vor kurzem habe ich mit einer Kollegin über die Corona-Lage gesprochen. Sie hat auch wahrgenommen, dass alle Medien das Gleiche berichten. Zum großen Teil sind die Berichte sogar wortgleich. Und sie hat auch verstanden, dass den Menschen Angst gemacht werden soll. Meine Kollegin kam aber zu dem Schluss, dass sich ja jetzt die Gerichte darum kümmern. Deshalb möchte ich Ihnen und Euch von einigen Urteilen deutscher Gerichte berichten, die in den letzten Wochen zur Corona-Lage gefällt wurden.

Der Bayrische Verwaltungsgerichtshof hat entschieden, dass man in Bussen und Bahnen Masken tragen muss. Die Begründung lautet: Masken sind ein guter Schutz.
In einem anderen Urteil ging es um das Versammlungsrecht. Da haben die Richter entschieden, dass die Teilnehmerzahl beschränkt sein muss, weil der Mindestabstand sonst nicht eingehalten werden kann.

Die Kläger haben argumentiert, man kann doch Masken tragen. Das lehnten die Richter aber ab, weil: Die Masken bieten keinen ausreichenden Schutz!

Ja, was denn nun?

Ein Urteil zur Schulpflicht:
Ein Kind aus Schleswig-Holstein wollte nicht zur Schule gehen, weil es Angst vor einer Ansteckung hat. Das Verwaltungsgericht sieht zwar die erhebliche Gesundheitsgefahr und weiß auch, dass Kinder in der 2. Klasse die Masken noch nicht richtig anwenden können, urteilte aber: Das Kind muss zur Schule gehen. Es wurde nämlich abgewägt. Die Richter sagten: Die Entwicklung des Infektionsgeschehens ist positiv. Damit ist die Infektionsgefahr gering. Die Gefährdung ist also nicht groß.

Ich frage mich: Warum darf dann mein Kind nicht normal in die Schule gehen? Warum dürfen dann nicht alle Kinder normal zur Schule gehen?

Auch Urteile des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) lassen mich fassungslos zurück.

In einer Klage ging es um einen Menschen, der vor Gericht erscheinen musste. Dieser Angeklagte hat das Gericht gebeten, seinen Prozess zu verschieben, weil er in der Corona-Zeit Angst hat, sich anzustecken. Das lehnte das Gericht ab.
Die Richter urteilten: Der Staat muss für die Strafrechtspflege sorgen. Strafrechtspflege bedeutet die Pflicht des Staates, dass Strafverfahren durchgeführt werden. Diese Pflicht, letztlich Straftäter zu verurteilen, muss man abwägen, abwägen gegen die Gesundheitsgefährdung des Angeklagten. Die Frage lautete: Ist es verhältnismäßig, dass der Angeklagte vor Gericht erscheinen muss, obwohl er sich anstecken könnte?

So weit so gut. Sie haben entschieden, dass er kommen muss. Jetzt hat aber das BVerfG alle Eilanträge abgewiesen, mit der Begründung: Der Schutz des Lebens und der Schutz der Gesundheit sind das oberste Ziel.

Das bedeutet, das BVerfG wägt nicht ab, ob die Maskenpflicht verhältnismäßig ist. Das BVerfG wägt nicht ab, ob das Besuchsverbot in Altenheimen verhältnismäßig ist. Und das BVerfG wägt nicht ab, ob das Abstandsgebot verhältnismäßig ist. Das BVerfG wägt in diesen Fällen einfach nicht ab.
Ich werde solange auf die Straße gehen und demonstrieren, bis deutsche Gerichte endlich wieder Recht sprechen. Und ich meine damit ein gleiches Recht für alle!“

Violetta Winterberg

Violetta Winterberg appellierte an die Verantwortung jedes Einzelnen. Gesellschaftliche Missstände sind nicht nur von denen zu verantworten, die in unserem Namen Entscheidungen treffen. Jeder Einzelne trägt Verantwortung, wenn er Dinge still duldet, die auch in seinem Namen entschieden werden, obwohl er sie ablehnt:

„Was habe ich eigentlich mit Corona zu tun? Und wo kommt das denn her, dieses Corona? Alles hat Konsequenzen. Wir müssen für alles eine Rechnung bezahlen. So ist das Gesetz.

Die Erde ist uns geschenkt worden. Wir tragen Verantwortung für uns als Menschheitsfamilie, für unsere Freunde, die Tiere, und für unsere Mutter Erde. Wir brauchen die Erde. Die Erde braucht uns nicht.

Aber wie sieht denn die Wirklichkeit aus?

Wie behandeln wir Menschen uns gegenseitig? Wie behandeln wir unsere Mutter Erde? Wie behandeln wir unsere Freunde, die Tiere?

Da will ich kurz bleiben, bei den Tieren. Wir füttern unseren Rindern Tierkadarver aus ihrer eigenen Familie. Das ist wirtschaftlich! Rinder sind keine Kannibalen. Rinder sind Vegetarier. Die Konsequenz – die Rechnung – war BSE.

Massentierhaltung ist für mich Tierquälerei. Was meint ihr denn, wem wir damit einen Nährboden bereiten? Dem Guten? Wohl weniger! Alles hat Konsequenzen. Wir müssen für alles eine Rechnung bezahlen. Nur die Coronamaßnahmen zurück zu nehmen, eine neue Partei zu wählen, ist mir persönlich zu wenig. Das würde nicht wirklich etwas verändern. Für mich ist Corona die Krone der Schöpfung. Die Krone der Schöpfung Mensch.

Wir alle tragen Verantwortung. Jeder von uns! Ja, ich weiß, Frau Merkel ist schuld! Dieser Gesundheitsminister ist schuld. Ne, so einfach ist es eben nicht! Oder ist Adolf Hitler alleine für den 2. Weltkrieg und die Judenvergasung verantwortlich? Da haben viele mitgemacht!

Ich wünsche uns als Menschheit, dass wir verstehen, dass wir ein Bewusstsein entwickeln, Verantwortung übernehemen, jeder Einzelne von uns, und dass wir gemeinsam als Menschheitsfamilie eine neue Welt bauen. Die Zeit ist mehr als reif, für eine neue, bessere Welt für uns alle! Für unsere Mutter Erde, für uns Menschen. Für alle Menschen! Und für unsere Freunde, die Tiere.

Alles hat Konsequenzen. Wir müssen für alles eine Rechnung bezahlen. Brauchen wir noch mehr Leidensdruck? Oder haben wir es endlich verstanden?

Mein Name ist Violetta Winterberg, ich bin spirituell, ich glaube an Gott. Und denkt mal ja nicht, dass Gott oder jemand anders eingreift. Wird nicht passieren. Wir tragen Verantwortung, wir haben einen freien Willen und es liegt an uns. Es liegt an uns, wie es weiter geht. Ausschliesslich an uns. Wacht auf!“

Viola Brosig, Landkreis, Dipl. Rechtspflegerin und aktuell Tagesmutter U3 Kinder

Viola Brosig berichtete davon, wie gerade jüngere Kinder unter den Corona-Einschränkungen leiden.

„Ich möchte für die jüngeren Kinder sprechen, denn sie können es nicht selber tun. Die Betreuungssituation hat sich leicht verbessert, aber ist lange nicht „normal“. Die Schließung von Kitas und Tagespflege erfolgte am 16.03.2020, Mitteilung darüber am Sa 14.03.2020, also zwei Tage vorher. Für Eltern eine Herausforderung, sollten doch Großeltern nicht mit der Kinderbetreuung in Gefahr gebracht werden …
Eine Notbetreuung war trotzdem möglich. Es erfolgte von der hessischen Regierung eine Spaltung der Eltern in systemrelevant oder nicht. Ich habe mich zum wöchentlichen Spaziergang mit nicht systemrelevanten Familien meiner Tageskinder getroffen. Persönlicher Kontakt kann nicht durch Videotelefonat ersetzt werden. Kinder seit 25.05.2020 alle wieder in Tagespflege. Einige waren nach 10 Wochen zu Hause sehr verunsichert. Trotz der Spaziergänge – es fließen deutlich mehr Tränen, als vor der Zwangsschließung. Einige Kinder sind verunsichert, anhänglicher, haben teilweise Trennungsprobleme beim Bringen, unruhiger Schlaf nachts, geräuschempfindlich, so wie ich es in neuneinhalb Jahren nicht erlebt habe. U3 Kindern kann man nicht wirklich erklären, warum sie plötzlich ihre gewohnte Gruppe, ihre Großeltern und sonstige Bezugspersonen nicht mehr sehen können. Trotzdem spüren sie, dass sich die Lage verändert hat und viele Eltern „nicht mehr so entspannt“ sind. Auch dass U3 Kinder ängstlich auf Masken reagieren, musste
ich leider selbst mit ansehen … Dass man seinen Mitmenschen ins Gesicht sehen kann, ist nicht nur für kleine Kinder wichtig.
Der Bundespräsident hat sich kürzlich bei den Familien und den Kindern bedankt. Auch die Kanzlerin behauptet, sie wisse, wie schwer es die Familien derzeit haben. Hatten die Familien denn eine Wahl? Wir werden in unseren Grundrechten eingeschränkt, mit Verordnungen belegt und bei deren Missachtung mit Geldstrafen gemaßregelt. Bei Nichteinhaltung der Quarantänevorschriften droht sogar Unterbringung in einer geeigneten Einrichtung. Also wofür bedanken sich die Politiker?
Der Verein Deutscher Rat für Wiederbelebung hat am 09.04.2020 eine Leitlinie ausgegeben, wonach auf die Atemspende bei Wiederbelebungsmaßnahmen verzichtet werden soll, damit sich Ersthelfer nicht mit SARS CoV-2 anstecken können. Um das Ansteckungsrisiko zu mindern, solle man das Gesicht des Patienten mit einem Tuch Bedecken.
Im Erste Hilfe-Kurs wird gelehrt: Bei Babys und Kleinkindern ist vor Beginn der Reanimation immer eine „Initialbeatmung“ durchzuführen. Möglicherweise setzt die Atmung dadurch wieder ein und eine weitere Reanimation ist nicht mehr nötig.
Nach Ärzteprotesten wurde die Leitlinie dahingehend korrigiert, dass man bei Angehörigen und Kindern auf eigenes Risiko beatmen darf. Bei anderen Erwachsenen nicht.“

Timo Holzapfel, Student

Den letzten Redebeitrag lieferte Timo Holzapfel, Student der Sozialwissenschaften an der Philipps-Universität. Er monierte aus seiner Wahrnehmung die gesellschaftlichen Folgen, die mit den Einschränkungen der Grundrechte eines jeden einhergehen, anhand eines Beispiels aus dem Alltag. Dabei schilderte er die Situation wie folgt:
„Ich begleitete eine Frau, die an Multipler Sklerose erkrankt und damit schwerstpflegebedürftig ist, an einem Wochenende zu einem Ausflug in eine hessische Großstadt. Im Laufe des Tages ergab sich nun der Umstand, dass sie auf die Toilette musste. Also suchten wir in einem Warenhaus die Möglichkeit, das behinderten-gerechte WC zu benutzen. Ich zog mir die Maske wie gefordert über. Die Nase und der Mund meiner Begleitung blieb frei, denn sie trug eine ärztliche Bescheinigung mit sich, die ihr freien Zugang zu Geschäften ohne die Einhaltung der Maskenpflicht emöglichte.
Als wir nun das Geschäft betraten, wurden wir direkt vom Empfangspersonal darauf hingewiesen, dass das Geschäft nicht ohne Maske betreten werden darf. Ich entgegnete, dass die Frau von der Maskenpflicht befreit ist, und wollte dem Personal die Bescheinigung zeigen. Dieses verweigerte sich allerdings der Möglichkeit, einen Blick auf die Bescheinigung zu werfen. Sie beharrten darauf, dass niemand ohne Maske das Geschäft betreten darf. Das ist die Anordnung vom Chef. Ausnahmen werden nicht gemacht. Ich protestierte, warum dann überhaupt eine Ausnahmsregelung getroffen werde, wenn ihr nicht Folge geleistet wird.
Geholfen hat das nichts. Wir verließen das Geschäft wieder, noch immer musste meine Begleitung einfach nur auf die Toilette. Wir beide waren schockiert, frustriert, fassungslos. „Sollte es in Deutschland möglich sein, dass Menschen wieder aus nicht klar nachvollziehbaren Gründen vom Betreten eines Geschäftes abgehalten werden?“

Dennoch fand die Geschichte laut Timo ein halbswegs versöhnliches Ende (zumindest für die Blase der Begleitung): „Wir probierten es in einem anderen Warenhaus und hatten Erfolg: Wir durften unsere Bescheinigung vorzeigen und den Empfang passieren.“

Frei nach dem Motto „Du sollst den Tag nicht vor dem Abend loben“ gestaltete sich dann das erneute Aufsuchen des Warenhauses für einen zweiten Toilettengang:
„Nachdem uns der junge Mann am Empfang wiedererkannt hatte und wir erneut das Behinderten-WC aufsuchen durften, wies dieser uns bei der Rückkehr darauf hin, dass er uns keinen Zugang hätte gewähren dürfen. Es sei eine Ausnahme gewesen, die für die Zukunft nicht mehr gilt. Ich stellte mir innerlich ernsthaft die Frage, wo wir eigentlich leben. Und dem jungen Mann fragte ich, ob das gerecht sei – er antwortete nicht. Ich stellte ihm meine Frage erneut – er antwortete mit ’nein’“.

Es war eine Geschichte aus dem Alltag, die für Timo emotional sehr aufwühlend und nicht nachvollziehbar war. Er konstatierte mit dieser Erfahrung die „Vermehrung von Gräben, die sich durch die Gesellschaft ziehen und soziale Spannungen hervorrufen“. Er äußerte den Herzenswunsch, dass „wir als Menschen die Gräben überwinden – und wenn das durch das Reichen der Hände nicht möglich ist, dann eben durch den Bau von Brücken. Letztlich sind wir alle Menschen, die sich nur in ganz unterschiedlichen Rollen wiederfinden. Das Mensch-Sein ist jedoch etwas, das uns eint.“

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