Virologe Streeck geht unter die Lockdown-Kritiker

10.06.2020, Quelle: Journalistenwatch.com

Professor Hendrik Streeck kritisiert nicht nur den sogenannten Lockdown mit all seinen verheerenden Folgen und die umfassende Maskenpflicht, er meint auch, Covid-19 solle „nicht dramatisiert“ werden.

Damit reiht sich der Bonner HIV-Forscher in die Reihe der Kritiker wie Professor Sucharit Bakhdi und Wolfgang Wogard ein, deren Warnungen rund um die Corona-Pandemie-Panik nur in der Gegenöffentlichkeit Gehör fand und die bis vor kurzem noch von öffentlich-rechtlichen „Faktencheckern“ in der Luft zerrissen wurden.

„Zu schnell“ sei Deutschland in den sogenannten „Lockdown“ gegangen, so Streek jetzt.

Bereits im März seien die Infektionszahlen gesunken. „Die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich dann vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht, auch um zu sehen, wie die einzelnen Beschränkungen wirken und ob zusätzliche Schritte wirklich nötig sind“, erklärte Streeck, Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn.

Alle Experten seien sich mittlerweile einig, daß Covid-19 „nicht bagatellisiert werden sollte, aber auch nicht dramatisiert werden“ dürfe. Die Wissenschaftler nährten sich wieder der Einschätzung der Anfangszeit an.

Grund für die Kehrtwende sei die enorme Anzahl von Infektionen, die folgenlos blieben, so Streeck. „Ich glaube auch weiterhin nicht, dass wir am Ende des Jahres in Deutschland mehr Todesfälle als in anderen Jahren gehabt haben werden“, erklärte der Mediziner laut Welt. Das Durchschnittsalter der Pandemietoten sei 81 Jahre, ein Alter, das eher „oberhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung“ liege. Mancher, den Covid-19 hierzulande verschone, sterbe „an einem anderen Virus oder Bakterium“.

Diskussionsbedarf sieht er auch bei der allgegenwärtigen Maskenpflicht: „Am Anfang der Pandemie wurde ja dezidiert gewarnt vor Masken. Die Gründe dafür gelten immer noch, auch wenn sie merkwürdigerweise keine Rolle mehr zu spielen scheinen. Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze“, warnt der Virologe. Die „Atemschutzmaske“ hat sich scheinbar ihren festen Platz in der „neuen Normalität“ erobert: In der gleichgeschalteten Regierungspresse wurde sie bereits umgetauft – in „Alltagsmaske“, der „tägliche Begleiter“, der „wirklich hilft“.

Auch die angstmachenden omnipräsenten Bilder aus Bergamo und die Entwicklung in den USA sieht Hendrik Streeck inzwischen mit einem realistischen Blick: „Nicht anders als im Rest der Welt“ erwartet er auch in Amerika ein Abflachen der Welle. „So schnell hoch ging es dort ja unter anderem deshalb, weil Amerikaner mit Husten und Schnupfen weiter arbeiten gehen. Es gibt dort nicht diese Form der Krankmeldung wie in Deutschland“, erläutert der Virologe Streeck, der neun Jahre lang in den USA geforscht hat.

„Corona-App“ zu spät, Tests im Verhältnis zu teuer

Kritik kommt von ihm auch in Sachen „Corona-App“ – die komme ein „bißchen spät“ und es sei völlig unklar, ob man damit in Deutschland eine Pandemie unter Kontrolle bringen könne. Auch die zahllosen Tests, die Unmengen von Geld verschlingen, stellt er in Frage: „Je nach Labor kommen im besten Fall 59 Euro pro Test auf das Gesundheitssystem zu – bei 400.000 Stück pro Woche bedeutet es eine Stange Geld. Wenn dann noch systematisch gescreened werden soll, wird es noch mehr. Wenn wir nur 1 positives Ergebnis auf 100 Tests sehen, fragt sich ja, ob das noch lohnt“, und stellt sich auch in diesem Punkt gegen die herrschende Politik.

Schulschließungen falsch?

Kinder seien „nicht die großen Virenschleudern“. Lehrer hätten deshalb jedenfalls kein „höheres Infektionsrisiko als andere Berufsgruppen, die in vergleichbarer Weise mit Menschen arbeiten“, stellt der Bonner Virologe fest. Die Entscheidung liege nun bei der Politik.

Nach einer überstandenen Covid-19-Infektion geht der Virologe von einer Immunität von bis zu zwei Jahren aus. Diesen Schluss würden Literaturauswertungen zu Coronaviren des Instituts für Virologie der Universität Bonn zeigen, das er leitet. Auch andere Studien würden in diese Richtung deuten. (MS)

https://www.journalistenwatch.com/2020/06/10/virologe-streeck-lockdown/

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