Nikolaus Blome fordert Diskriminierung

Antwort an Blome: Wehret den Anfängen!

Die Forderung von Nikolas Blome nach dem totalitärem Zugriff des Staates auf die Körper seiner Bürger wirft die Frage auf, welches Menschen- und Gesellschaftsbild hinter solchen Gedanken steht, und was nach der Impfpflicht als nächstes kommen würde, wenn sich seine Denkweise verbreitet. Frauke Dietz-Gerold zeigt dies in ihrer sarkastischen Antwort an Herrn Blome auf. Wehret den Anfängen!

Sehr geehrter Herr Blome,

Ihr kürzlich geäußerter Wunsch, die ganze Republik möge mit dem Finger auf alle zeigen, die sich nicht impfen lassen wollen, geht m.M. nach nicht weit genug. Ich denke da z.B. an die frühere Bestrafungspraxis aus dem Mittelalter, Menschen auf dem Marktplatz an den Pranger zu stellen. Jetzt im Winter ist dies vielleicht doch eine etwas zu drastische Maßnahme, aber ab dem kommenden Frühjahr durchführbar. Gerade in diesen Krisenzeiten sollten wir uns wieder mehr auf unsere Traditionen besinnen, und Ihre Idee hat mich sehr inspiriert zu weiteren möglichen Vorschlägen. So könnte man die Wohnungen und Häuser von Impfverweigerern öffentlich kennzeichnen. Des Weiteren wäre auch daran zu denken, Geschäfte (falls sie mal wieder irgendwann öffnen dürfen) dazu aufzufordern, diesen Volksgefährdern Hausverbot zu erteilen (Deutsche, verkauft nicht an Impfverweigerer!).

Je mehr ich über auch weitergehende Maßnahmen nachdenke, desto mehr wollen mir einfallen. Meine Phantasie ist wirklich sehr angeregt worden, und auch dafür möchte ich mich bei Ihnen bedanken. Sehr gerne verbreite ich Ihren so wichtigen Vorstoß, damit möglichst viele Menschen mitmachen. Denn nur geeint, ‚die Reihen fest geschlossen‘, werden wir diese unser aller Leben bedrohende Krise meistern. Im Angesicht der Gefährdungslage muss man leider zu drakonischen Mitteln greifen. Und dies ‚durchzuhalten und dabei anständig zu bleiben‘ ist das Gebot der Stunde.

Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung

Frauke Dietz-Gerold

Antwort auf Nikolas Blomes Artikel „Impfpflicht! Was denn sonst!“

3 Kommentare

  1. Ein weiterer, trauriger Tiefpunkt. Nach #janauskassel immer noch nichts gelernt? Sie verharmlosen den Holocaust und nutzen Zitate der Nationalsozialistischen Bewegung für Ihre Zwecke. Auch Weiterdenken Marburg fehlt die Distanzierung zum stärker werdenden Einfluss der Nazis unter den Querdenkern.
    Das Themen wie diese kontrovers diskutiert werden dürfen, gehört zur Demokratie und ist selbstverständlich. Was Sie hier jedoch praktizieren geht darüber hinaus und ist nicht nur moralisch höchst verwerflich. Wenn Sie Interesse daran haben, ein KZ zu besuchen, würde ich dies finanziell unterstützen, Sie sind es der Deutschen Geschichte schuldig.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Lorenz Meyer

  2. Sehr geehrter Herr Meyer, Sie verwechseln hier offenbar Täter und Opfer! Und auch in den 30er Jahren gab es Täter und Opfer schon vor dem Holocaust – Blätter wie der Stürmer wussten „den gesunden Volkszorn“ sehr geschickt zu lenken. Und wenn man heute Volksverhetzung als solche brandmarkt, ist das nicht nur legitim, sondern ausdrücklich geboten. Wehret den Anfängen! Da ist der Hinweis auf faschistische oder faschistoide Einstellungen nur zu berechtigt.
    Abgesehen davon, daß ein Vergleich nicht Gleichsetzung heißt, bedeutet die Berufung auf das zweifellos bestehende Erbe einer antifaschistischen Verpflichtung keinesfalls den Zwang zur Identifizierung mit staatlichem und / oder medialem Macht- und Meinungsmonopol. Und genau dieses Letztgenannte ist es, was Begriffe wie Faschismus und auch Antisemitismus seit Jahren instrumentalisiert und sie dadurch leider zu reinen Wortschablonen hat verkommen lassen.
    Um es noch klarer zu formulieren: Wer aus einer klaren Machtposition heraus Andersdenkende ganz bewußt ausgrenzt, sie fortgesetzt diffamiert und zum öffentlichen Abschuß freigibt, ist dem Geist eines Julius Streicher sicherlich näher als dem einer Hannah Arendt!
    Mit freunlichemn Grüßen
    Michael Thiel

  3. Sehr geehrter Herr Meyer,

    zunächst einmal möchte ich mich bei Ihnen bedanken für Ihren Beitrag auf unserer Seite.
    Denn wir stehen ein für eine (Wieder)-Eröffnung der verlorengegangenen Debattenkultur und begrüßen auch und gerade kritisches Hinterfragen.
    Als Verfasserin der Polemik gegen die Kolumne von Herrn Blome möchte ich Ihnen nun gerne auf Ihre Kritik antworten.

    Nichts liegt mir ferner, als den deutschen Faschismus und Holocaust zu relativieren oder gar zu leugnen. Sicher sind Sie aber mit mir einer Meinung, dass der Faschismus nicht über Nacht entstanden ist, sondern verschiedene politische, wirtschaftliche, soziale usw. Faktoren brauchte, um groß zu werden und sein ganzes Grauen zu verbreiten. Zur ideologischen Rechtfertigung der Verfolgung und Ermordung von Menschen wurde ein geistiger Nährboden bereitet, der alles Abweichende diffamierte, ausgrenzte und entwertete, und damit Sündenböcke schuf, auf die sich der „Volkszorn“ richten konnte.
    Mit Erschrecken nehme ich nun seit einigen Monaten wahr, wie sich eben dieses Muster wiederholt in einem Maße, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte in unserer Gesellschaft. Kritiker der Corona Maßnahmen wurden von Beginn an verleumdet, beschimpft, lächerlich gemacht, desavouiert, abgewertet, und zwar sowohl von der Politik, als auch der Medien. Kritiker werden zunehmend als „Volksschädlinge“ dargestellt, die das Leben anderer gefährden. Im Zusammenhang mit den massiven Grundrechtseinschränkungen, grassierenden Denunziationen, Zwangseinweisungen von „Quarantäneverweigerern“, etc.pp., kann ich nicht umhin, Parallelen zu sehen zu dem entstehenden damaligen Nazi Deutschland.
    Wenn Herr Blome dazu auffordert, Andersdenkende gesellschaftliche Nachteile erleiden zu lassen und sie zu ächten, reiht er sich ein in die Reihe derer, die weiter den Boden bereiten für deren Ausgrenzung, Stigmatisierung und Bestrafung. Wohin dies führen kann, haben wir bereits erfahren. Darum ist es mir ein dringendes Anliegen, auf diese Gefahr hinzuweisen.

    Wehret den Anfängen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Frauke Dietz-Gerold

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