Corona vs. Test

1000 Tote pro Tag – Killervirus oder Testpandemie?

„fast 1000 Tote in 24 Stunden“

Am 16.12.2020 titelte die FAZ mit: „Coronavirus in Deutschland : Mehr als 27.000 Neuinfektionen, fast 1000 Tote in 24 Stunden“ und suggeriert dem Leser, dass diese 1000 Menschen von einem derzeit grassierenden Killervirus (SARS-CoV-2) hinweggerafft worden wären, und dass diese Menschen ohne die aktuelle „Pandemie“ noch leben würden. Stimmt das? Schon im ersten Satz des Artikels relativiert die FAZ die Aussage, indem sie klarstellt, dies seien „Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus“. Die Interpretation, was genau für ein Zusammenahng das ist, und was das zu bedeuten hat, bleibt dem Leser überlassen.

Ein Fehltritt – 1000 Leben auf dem Gewissen. Wollt ihr meine Meinung dazu wissen? (Yoki – Superspreader)

Zwei Hypothesen

Wir können zwei konkurrierende Hypothesen zur Interpretation dieser Zahlen aufstellen:

  • ( A ) Die FAZ hat mit ihrer Suggestion Recht, dass täglich 1000 Menschen in Deutschland aufgrund von Corona sterben, die ohne Corona nicht gestorben wären.
  • ( B ) Ohne den SARS-CoV-2 PCR-Test würden wir die Sterbefallzahlen nicht als ungewöhnlich ansehen. Es starben an dem Tag nicht 1000 zusätzlich, sondern es sterben täglich nicht wesentlich mehr Menschen als in anderen Jahren – nur hatten unter den Gestorbenen zuvor 1000 einen positiven PCR-Test.

Zwei Vorhersagen

Im Höhepunkt der starken Grippewelle im März 2018 starben über fast zwei Wochen täglich etwa 1000 Menschen mehr als in anderen Jahren. Nach Hypothese A wären am 16.12.2020 diese „1000 Toten“ zusätzlich zu den normalerweise auftretenden Sterbefällen durch COVID-19 hervorgerufen worden. Dies sollte sich in der entsprechenden Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes in erhöhten Sterbefallzahlen zeigen, die denen aus März 2018 entsprechen: 26.777 pro Woche. Nach Hypothese B hingegen wäre zu erwarten, dass wir für die Kalenderwoche 51 Sterbefallzahlen unter 21.000 sehen – ähnlich den Zahlen während der recht milden Grippe-Epidemie im Frühjahr 2019.

Violett – Vorherasage für Hypothese A: über 26.000; Grün – Vorhersage für Hypothese B: unter 21.000
Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand 18.12.2020
  • Vorhersage aus Hypothese A: über 26.000 Tote in KW 51
  • Vorherasge aus Hypothese B: unter 21.000 Tote in KW 51

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes hinken drei bis vier Wochen hinterher. Im Moment sind für 2020 Zahlen bis KW 47 verfügbar. Wenn am 15. Januar die Zahlen für KW 51 2020 veröffentlicht werden, sollten wir auf den FAZ-Artikel zurückschauen und ihn im Lichte harter Fakten bewerten.

7 Kommentare

  1. Ich frage mich, warum dieser Beitrag hier erscheinen ist. Weder die Hypothese A noch die Hypothese B können allein etwas darüber aussagen, wie gefährlich die Pandemie ist. Wir wissen leider nicht, wie viele Tote es ohne Lockdown und die ganzen Abstands- und Hygienemaßnahmen geben würde. Man weiß ja auch nicht, wie viele Menschen von Brücken stürzen würden, wenn es keine Geländer gäbe.
    Wir können nur schätzen, wie viele Todesfälle es durch COVID-19 (oder fehlende Geländer) geben würde, ohne die Gegenmaßnahmen – oder verlangt jemand ernsthaft, dass wir das mal ausprobieren sollen? Ich gehe mal davon aus, dass es erheblich mehr wären (es liegen ja auch genügend Schätzungen vor), denn dass die Ansteckungsgefahr durch Kontaktvermeidung und Hygiene abnimmt – das war jedenfalls bisher medizinischer Konsens.
    Außerdem berücksichtigt der Hypothesenvergleich nicht, dass auch andere ansteckende Krankheiten durch die Maßnahme an der Verbreitung gehindert wurden und werden. Warum gibt es dieses Jahr keine Grippewelle? Es gibt auch Behauptungen, dass der Lockdown selbst mehr Todesopfer verursacht als die Pandemie selbst. Die müssten doch auch irgendwo auftauchen.
    Ein seriöser wissenschaftlicher Zahlenvergleich müsste also berücksichtigen, was ohne die Schutzmaßnahme passieren würde. So soll wohl unterstellt werden, das die Pandemie ungefährlich ist.

    1. Hallo Nico,

      > Ich frage mich, warum dieser Beitrag hier erscheinen ist.

      diese Frage ist leicht zu beantworten: weil ich ihn geschrieben habe.

      Zur Frage nach der Gefährlichkeit der Pandemie: die FAZ suggeriert im Titel (ebenso wie viele andere Medien und die Bundes- und Landesregierungen), dass die durch SARS-CoV-2 Tests definierte Pandemie eine Gefährlichkeit hat, die die Grippe-Epidemien der letzten 30 Jahre bei weitem übersteigt, so dass auch Grundrechtseinschnitte gerechtfertigt sind, die es seit 1945 noch nie gab. Die „1000 Tote in 24 Stunden“ Überschrift suggeriert eine Rechtfertigung für den aktuellen Lockdown. Dazu müsste die Lage also mindestens so dramatisch sein wie im März 2018 (eigentlich wesentlich dramatischer, denn 2018 ist niemand auf die Idee gekommen, das GG auszuhebeln). 1000 Tote pro Tag (Übersterblichkeit, d.h. über dem langjährigen Durchschnitt) gab es damals. Sollte die Übersterblichkeit in KW 51 2020 geringer sein, dann ist der Lockdown unverhältnismäßig und die Medienberichterstattung manipulativ. Etwa am 15.01.2021 sollten wir es wissen.

  2. Hallo Frank,
    die Antwort bezieht leider auf keiner meiner Argument, sondern wiederholt das Gesagte. Wieviel Tote würde es denn ohne Lockdown geben?
    Wenn man über den deutschen Tellerrand hinausschaut, wird die Fragestellung vielleicht etwas deutlicher. In anderen Ländern, wo der Lockdown zu spät kam oder das Gesundheitswesen weniger leistungsfähig ist, kommt es zu einer wesentlich deutlicheren Übersterblichkeit. In Peru, Mexiko, Ekuador und Indonesien starben in diesem Jahr bislang zwischen 53 und 89 % mehr Menschen als in den Jahren zuvor. Und selbst in Belgien sind es 26 % mehr. Wie kann man das erklären?

  3. Unter folgendem Link findet man interessante Statistiken, die zeigen, dass es bisher in 2020 keine Übersterblichkeit gibt. Im Winter 2020 waren die Zahlen sogar niedriger als in den Vorjahren. Es Ist wahrscheinlich, dass diese Zahlen im Nov./Dez. 2020 etwas höher liegen als in den Vorjahren, da sich die Sterblichkeitszahlen im Jahresverlauf angleichen. Zudem gehen zahlreiche Menschen aus unnötig geschürter Angst in den Medien mit halbstündigen Panik-Meldungen im Radio vor dem Coronavirus bei anderen Erkrankungen zu spät zum Arzt mit der Folge höherer Sterblichkeit.
    https://www.initiative-qualitaetsmedizin.de/covid-19-pandemie

  4. Wieso erwartet ihr, dass wenn strengste Hygienemaßnahmen ergriffen werden, die Übersterblichkeit durch die Decke geht, das ist doch wenig klug:

    Die geringe Übersterblichkeit ist doch der Beweis dafür, dass die Maßnahmen funktionieren. Wenn es jetzt tatsächlich die Übersterblichkeit gäbe, die Virologen im Falle des Ausbleibens von Maßnahmen prognositiziert hatten, dann wären ja diese extremen Maßnahmen ja total sinnlos. Es wäre doch schon sehr seltsam, wenn die Maskenpflicht plus Kontaktbeschränkung und und und immernoch zu extremer Übersterblichekit führen würde. Zudem sind gerade sämtliche Virenerkrankungen auf dem Rückzug aufgrund der Regeln. D.h. nicht, dass man die Regeln toll findet aber es ist doch logisch, dass jetzt nicht mehr sterben, deswegen gibt es ja den Lockdown.

    1. Nicht ich erwarte, dass die Übersterblichkeit durch die Decke geht. Die FAZ suggeriert dies mit ihrer „fast 1000 Tote in 24 Stunden“ Überschrift und legitimiert damit den Lockdown. Und selbst wenn es tatsächlich 1000 zusätzliche Tote pro Tag wären, so wäre das im Vergleich zum März 2018 noch nicht dramatisch, denn damals waren es im Höhepunkt der Grippe-Epidemie genau so viel.

      Ich erwarte, dass die Zahlen für KW 51 näher an Hypothese B liegen werden als an Hypothese A. Falls dem so ist, dann war der FAZ-Artikel vom 16.12.2020 unnötige Panikmache.

      1. Wenn es dieses Jahr genausoviel oder nur ein bisschen weniger Tote gäbe als 2018 wäre das doch ehr ein Hinweis für die Gefährlichkeit des Virus oder? Die ganzen Maßnahmen die beschlossen wurden sind so extrem, dass der normale Grippevirus quasi kaum Chance hat. Wenn ich jetzt feststelle, dass es 2020 genausoviele Tote gibt, dann ist das doch viel ehr Beweis für die Gefährlichkeit des Virus, denn aufgrund der ganzen Maßnahmen hat der normale Grippevirus ja kaum Chancen und eig. müssten dann ohne Covid-19 die Zahlen extrem sinken, was sie aber nicht tun. Da bleibt ja dann nur noch die Gefählrichkeit von Covid-19 als Erklärung oder?

        Die Zahlen werden ja deshalb als ungewöhnlich angesehen, weil sie trotz aller Maßnahmen nicht sinken. Hätte man 2018 solche Maßnahmen gefahren gegen den Grippevirus, wär die Zahl der toten natürlich extrem gesunken. Oder glaubst du ernsthaft, dass die Grippewelle von 2018 annähernd soviele Tote gekostet hätte wenn wir damals alle im Homeoffice, mit Kontaktverboten und Reiseverboten hantiert hätten?

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