Die Stadt ist für alle da? „Nicht für Euch!“

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Die Stadt ist für alle da? „Nicht für Euch!“
Ausländerfeindlicher Zwischenfall auf Demo gegen Mietenwahnsinn

„Auf der Demo gegen Mietenwahnsinn ereignete sich ein ausländerfeindlicher Zwischenfall.“ So würde das Framing der Berichterstattung lauten, wenn man sich der Propagandatechniken der Mainstream-Medien bediente und sie gegen die Teilnehmer der Demonstration „Gegen Corona und Mietenwahnsinn“ am 27.03.2021 richtete. Als die Demonstration vor dem Cineplex eine Zwischenkundgebung abhielt, wollte ein Ordner Passanten wegschicken, die vor der Bäckerei standen und den Reden zuhörten. „Aber ich dachte, die Stadt sei für alle da“ – wunderte sich eine Frau mit Migrationshintergrund, woraufhin der Ordner erwiderte: „Aber nicht für Euch!“.

Weiterdenken heißt Grundrechte verteidigen

Auch Dr. Frank Michler, OB-Kandidat der Bürgerliste Weiterdenken, stand vor der Bäckerei und wurde von dem Redner auf dem Lautsprecherwagen direkt angesprochen. „Querdenker“ und „Coronaleugner“ seien auf der Demo unerwünscht. „Diese Ignoranz offenbart eine Diskursunfähigkeit, die zur Zeit leider große Teile der politischen Öffentlichkeit prägt. Unsere Marburger Gruppe von Menschen, die seit einem Jahr für die Erhaltung der Grundrechte und einen sachlichen Wissenschaftsdiskurs auf die Straße gehen, hatte sich bewusst ‚Weiterdenken-Marburg‘ und nicht ‚Querdenken-Marburg‘ genannt, weil wir von Anfang an eine unabhängige Gruppe waren und eigenständige Positionen entwickelt haben [1]. Auch die Existenz von Coronaviren und die Gefahr schwerer Krankheitsverläufe leugnen wir nicht [2]“, kommentiert Dr. Michler die kognitiven Fehlleistungen der Mietenwahnsinn-Aktivist*innen.

Alles Nazis?

„Nazis raus!“ rief Dr. Michler dem Ordner nach diesem „ausländerfeindlichen Zwischenfall“ entgegen. Aber sind jetzt alle Teilnehmer dieser Demo Ausländerfeinde oder gar „Nazis“? Sicherlich nicht – genauso wenig wie die Masse der friedlichen Grundgesetz-Verteidiger am 20.03.2021 in Kassel [3] gewaltbereite Extremisten waren.

Ordner der „Mietenwahn“-Demo zeigt Migrant*innen und Andersdenkenden den Mittelfinger

Kritik an Mietwucher – Geldpolitik ausgeblendet

Thema der Kundgebung waren steigende Mieten und Kritik an unnötigen Bauprojekten – „Beton-Gold“. Staatliche Eingriffe in den Wohnungsmarkt und Enteignungen von Immobilien-Konzernen wurden als Lösungen vorgeschlagen. „Kritik an ‚Beton-Gold‘ und überhöhten Mieten ist absolut berechtigt.“, meint Dr. Michler. Als Verursacher jedoch nur die Profitgier von Immobilien-Konzernen zu sehen, ohne die expansive Geldpolitik der Notenbanken zu berücksichtigen, hält er für verkürzt. „Derzeit wird die Wirtschaft durch die politisch – nicht gesundheitlich – motivierten Coronamaßnahmen stillgelegt und die Krise gleichzeitig mit der Druckerpresse finanziert. Die damit vorprogrammierte Inflation wird nicht nur Mietpreise sondern auch alle anderen Verbraucherpreise in die Höhe schnellen lassen. 1923 ist dafür ein mahnendes Beispiel.“ erinnert Dr. Michler an die Ursachen der Hyperinflation der Weimarer Republik.

Diskursverweigerung macht dumm

„Ein breiter gesellschaftlicher Diskurs ist das wichtigste Mittel zur Korrektur von Fehlentwicklungen in einer demokratischen Gesellschaft. Die auch in Marburg zelebrierte reflexartige Diskursverweigerung macht uns als Gesellschaft dumm [4] und verhindert konstruktive Auswege aus der Coronamaßnahmenkrise“, kritisiert Dr. Michler den Verfall der politischen Kultur.

Quellen:

[1] Warum wir „Weiterdenken-Marburg“ heißen, nicht „Querdenken-Marburg“
https://weiterdenken-marburg.de/2021/02/11/querdenken-weiterdenken/

[2] Unser Grundkonsens
https://weiterdenken-marburg.de/weiterdenken-marburg-grundkonsens/

[3] Zehntausende friedliche Menschen auf Demo in Kassel am 20.03.2021
https://www.youtube.com/watch?v=Dy7bE5t2_8U

[4] Johannes Hartl: „Diskursabbruch macht dumm“
https://www.youtube.com/watch?v=AJcIUPfnOWI&t=2520s

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