Es geht um Alles! Eildemo gegen Lockdown

„Es geht um Alles“ tönt Nenas neuer Song „Licht“ [1] zu abendlicher Stunde aus einem mobilen Lautsprecher einer Protestgruppe von etwa 30 Marburger Bürgerinnen und Bürgern, die am 28.10.2020 spontan durch die Innenstadt zogen. Sie protestierten gegen die Lockdown-Beschlüsse von Merkel und den Ministerpräsidenten. Auf der anschließenden Kundgebung am Marktplatz äußerten sie scharfe Kritik an den geplanten Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die ab nächste Woche greifen sollen. „Die Großkundgebung am 7.11. in Leipzig werdet Ihr mit Eurem Lockdown nicht sabotieren können!“ rief der Biologe Dr. Frank Michler in Richtung Söder, Merkel und Lauterbach.

Ex-Polizist analysiert inszenierten „Reichstags-Sturm“

Kundgebung für Grundrechte: Ex-Polizist analysiert inszenierten „Reichstags-Sturm“

Am Samstag den 24.10.2020 haben etwa 300 Menschen in Marburg für den Erhalt der Grundrechte demonstriert. Auf der von weiterdenken-marburg.de organisierten Kundgebung sprachen als Hauptredner der ehemalige Polizist und Bundestagsabgeordnete Thomas Wüppesahl von der „Bundesarbeitsgemeinschaft kritischer Polizistinnen und Polizisten“ sowie der Marburger Publizist und Politologe Hermann Ploppa.

Thomas Wüppesahl beleuchtete die Vorgänge um die Treppenbesteigung am Reichstag am 29.10.2020 in Berlin. Diesen „Sturm auf den Reichstag“ stufte er als eine Inszenierung staatlicher Organe ein. 12 bis 15 V-Leute plus verdeckte Ermittler seien bei der Aktion tätig gewesen. „Die waren nicht einfach da, sondern haben mit gesteuert und gelenkt.“ Die Namen von mindestens zweien der V-Leute seien jetzt auch namentlich bekannt, und würden demnächst auf der Website kritische-polizisten.de veröffentlicht.

Symbolische Beerdigung erinnert an die Bedeutung der Grundrechte

Trauer um Grundrechte

In einem Trauerzug durch die Stadt haben etwa 50 Marburgerinnen und Marburger am Samstag (17.10.2020) das Grundgesetz symbolisch zu Grabe getragen. Die Organisatoren wollten damit auf die Aushebelung zentraler Verfassungsgrundsätze aufmerksam machen und fordern, dass die im Grundgesetz zugesicherten Rechte wieder gewährleistet werden.

Die Versammlungsleiterin Irmgard B. erklärt: „Wir haben das Grundgesetz symbolisch zu Grabe getragen, weil uns der Verlust zentraler Grundrechte schmerzt, und wir mit dieser Aktion die Einhaltung des Grundgesetzes einfordern wollen.“

Trauer um das Grundgesetz

Mit dem Ermächtigungsparagraphen § 32 im Infektionsschutzgesetz wurden wesentliche Grundrechte ausgehebelt. Landesregierungen und untergeordnete Behörden können die Grundrechte der dort gelisteten Grundgesetz-Artikel per Notstandsverordnung oder Erlass weitgehend einschränken. Dies betrifft:

– Artikel 2 (2): Freiheit der Person
– Artikel 8: Versammlungsfreiheit
– Artikel 10: Brief und Postgeheimnis
– Artikel 11 (1): Freizügigkeit

Darüberhinaus wird das Rechtsstaatsprinzip Artikel 19 (4) in der Praxis ausgehebelt. Auch die Gewaltenteilung – ein weiterer Grundpfeiler unserer „westlichen Werteordnung“ – ist nur noch ein Schatten ihrer selbst: Neue gesellschaftliche Regeln werden nicht mehr von der Legislative (Parlament) in Gesetzen verabschiedet, sondern von Regierungen notstandsverordnet.

Diskursniveau? unterirdisch!

Am Freitag den 25.09.2020 war ich mal wieder im Copy-Shop, um ein paar Kopien des Artikels von Prof. Ines Kappstein aus „Krankenhaushygiene up2date“ nachzudrucken. Beim Überqueren der Kreuzung am Rudolphsplatz kam mir die Klima-Demo von „Fridays for Future“ entgegen. Eigentlich wollte ich was Essen gehen, beschloss jedoch, nachdem der maskierte Demozug an mir vorübermarschiert war, erstmal bei der Abschlusskundgebung am Erwin-Piscator-Haus den Reden zu lauschen.

Auf der Biegenstraße hatte ich ein kurzes, nettes Gespräch mit einem Pärchen mit Fahrrad und GEW-Fahne. Sie stimmten mir zu, dass der Diskurs um die Maskenpflicht wissenschaftlich und sachlich geführt werden müsse. Ich hatte die 10 Kopien des Kappstein-Artikels eigentlich ausgedruckt, um sie an Marburger Ärzte und Apotheker weiterzugeben, die dieses Material auch für eine mit 3 Punkten belegte CME-Zertifizierte Weiterbildung nutzen können. Ich entschied mich jedoch spontan, den zwei aufgeschlossenen und freundlichen Gewerkschaftlern eine Kopie zum Lesen mitzugeben.

Demo Darmstadt 26.9.

Nach Darmstadt am 26.9.

Am Samstag, den 26.09.2020 findet in Darmstadt eine Kundgebung mit interessanten Rednern statt. Unter anderem ist Christian Stockmann eingeladen – ein Pastor der Gruppe „Christen im Widerstand“. In Berlin hat die Polizei eine rede von ihm verhindert, indem sie ihn mit der fadenscheinigen Behauptung, sie würden sein Attest für gefälscht halten, eine Stunde festgehalten hatten. Für den Arbeitskreis „Kritische Polizisten“ spricht Thomas Wüppesahl. Von der „Stiftung Corona-Ausschuss“ wurde Dr. Rainer Füllmich für eine Rede angefragt. Die Ärztin und Künstlerin Perin Dinkeli lässt die Protestlied-Kultur wieder aufleben. Auch auf die Rede von Laura Reese können wir gespannt sein. Weitere angekündigte Rednerinnen und Redner sind Klaus und Stephanie, Kirsten Herbold, Denise, Georg Dierkes sowie Ina und Martin.

Siegessäule

Kafka in Berlin – Ein Reisebericht

Wir sind David gegen Goliath – auch das sollte uns klar sein. Der Gegner verfügt über so ziemlich alles an Informationen, Köpfen, Infrastruktur was benötigt wird, und wendet gezielt die Game-Theorie an. Nur in seiner Überheblichkeit kann er am Ende geschlagen werden. Ich sehe noch keine kritische Masse, dafür sind es noch zuwenige die sich trauen in die Öffentlichkeit zu gehen. Es waren zehntausende Mutige – aber keine Millionen. Aber ich sehe Entschlossenheit und immer mehr Menschen die nicht mehr viel zu verlieren haben. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber die Hoffnung ist auch ein süßes Gift. Zuviel Hoffnung und Erwartung schafft grosse Enttäuschung. Realitätssinn und Nüchternheit sind gefragt. Wir sollten uns warm anziehen und unsere Stärke innen suchen. Wir werden sie alle brauchen. Und einen langen Atem sowieso.

Queer gegen Maske in Dresden

Weiterdenken-Marburg grüßt die Freund:innen von Queerdenken-Dresden (YouTube Video vom CSD am 05.09.2020 in Dresden), die bei einem Fest für Liebe und Freiheit zeitgleich zu unserer Kundgebung mit Dr. Walter Weber auf der Straße waren um dem Corona-Wahn die Stirn zu bieten. Mutig provozieren sie die Staatsgewalt, indem sie die unsinnigen Auflagen zum Maskentragen und Abstandhalten in einem Akt des zivilen Ungehorsams ignorieren.

Sie haben Recht! Die Test-Positiv-Zahlen sind seit Wochen unter ein Prozent. Aufgrund der Saisonalität der Coronaviren besteht jetzt im Spätsommer keine ernsthafte Gefahr, unser Gesundheitssystem durch ein hohes Aufkommen von Erkältungskrankheiten an seine Kapazitätsgrenzen zu bringen. Unsere schwulen und lesbischen Freund:innen in Dresden haben eindrucksvoll gezeigt, dass die Orwellschen Begriffsverdrehungen nicht dauerhaft verfangen. Die verdrehten Slogans der „Neuen Normalität“ überzeugen nicht mehr: „Distanz ist die neue Nähe“. „Sozial ist, was Abstand schafft“, „Gesicht verstecken ist Solidarität“.

Dr. Weber am 5.9. in Marburg

Dr. Weber sprach vor 200 Menschen in Marburg

Als Gastredner sprach der Hamburger Arzt Dr. med. Walter Weber. Er ist Mitbegründer der Initiative „Ärzte für Aufklärung“. In seiner Rede ging er auf die Pläne der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC ein, mit Hilfe medial erzeugter Angst die Impfbereitschaft für Influenza zu steigern. Dr. Weber erwähnte auch, dass – für die breite Öffentlichkeit unbemerkt – vor kurzem die Möglichkeit geschaffen wurde, dass jetzt nicht nur Ärzte, sondern auch Apotheker impfen dürfen. Weiter kritisierte Dr. Weber die Maskenpflicht als eine „staatliche Nötigung zur eigenen Gesundheitsschädigung“. Besonders scharf griff Dr. Weber die Pläne an, neuartige Impfstoffe in extrem verkürzten Zulassungsverfahren zu genehmigen, und diese dann massenhaft gesunden Menschen zu verabreichen.

Interview für’s Sat 1 Frühstücksfernsehen

Kurz bevor der rechtswidrig aufgelöste Demonstrationszug durch einen weiteren Gerichtsbeschluss doch noch weiterlaufen konnte, ergab sich ein Interview mit einem Produktionsteam des Sat 1 Frühstücksfernsehens. Das Team um Redakteur Sebastian Fenske hatte sich an der Ecke „Unter den Linden“ / Friedrichstraße positioniert und mit ausgeschalteter Kamera gewartet. In der Friedrichstraße standen Gegendemonstranten hinter einer Polizeiabsperrung.

Von den etwa 18 Minuten wurde wohl etwa eine Minute gesendet. Zum Glück haben wir das Interview selbst mitgefilmt. Hier ist das gesamte Gespräch. Danke an Dieter für’s Filmen!

Aus einer weiteren Perspektive hat Stephan gefilmt. Stephan hat sich zwischendurch mit in das Interview eingeklinkt und einige gute Erläuterungen zum Prävalenz-Wert gegeben, sowie die Angst hinter der Maske angsprochen.