Autokorso keine Aktion von Weiterdenken-Marburg

Der für Donnerstag (18.02.2021) angekündigte Autokorso “gegen die überzogenen Coronamaßnahmen” ist keine Aktion von Weiterdenken-Marburg. Wir setzen uns ein für ein sofortiges Ende der unverhältnismäßigen Lockdown-Bestimmungen. Mit den Organisatoren des Autokorso wollen wir jedoch in keiner Weise zusammenarbeiten oder assoziiert werden.

Update 24.02.2021
Oben gesagtes gilt in gleicher Weise für den nächsten „Mittelhessen-Korso“, der für dem 25.02.2021 angekündigt ist sowie für alle weiteren Veranstaltungen der gleichen Organisatoren.

5 Kommentare

  1. Warum? Ist es wirklich weit gedacht wenn unter denen mit ähnlichen Zielen nicht zusammengearbeitet wird? Möglicherweise spielt das den (Zer)Teilenden Herrschenden in die Karten?

    1. Hallo Alex.

      Warum?

      Wir haben schwerwiegende Gründe, mit den Organisatoren des „Mittelhessen-Korso“ in keiner Weise zusammenarbeiten zu wollen. Diese möchte ich jetzt hier nicht alle öffentlich erörtern, da einer der Organisatoren auch schon versucht hatte, mich mit einer Klagedrohung einzuschüchtern.

      Nur so viel: einer der Organisatoren hat in der D-Day 2.0 Telegram-Truppe zum Anzünden von Autos aufgerufen und damit eine weitere Steilvorlage für den Verfassungsschutz geliefert, Regierungskritiker zu überwachen. Diese T-Online-Meldung hier geht auf seinen Beitrag zurück.

      Des weiteren wird er im Verfassungsschutz-Bericht Hessen 2004 mehrfach prominent erwähnt.

      Möglicherweise spielt das den (Zer)Teilenden Herrschenden in die Karten?

      Eine der Strategien des Verfassungsschutzes ist es, seine V-Leute aus rechts-extremen Kreisen in Protestgruppen einzuschleusen, so dass dann die V-Leute aus links-extremen Gruppen dies nutzen können, um mit Verweis auf die Rechts-Extremisten die Proteste als „rechts“ oder gewalttätig zu labeln und damit die Öffentlichkeit gegen Protestgruppen aufzuhetzen. Die „Reichstags-Sturm“-Inszenierung hat gezeigt, wie durch das mediale Aufbauschen einer marginalen Gruppe mit kruden Theorien („Reichsbürger“, Hildmann) der Diskurs von den zentralen Anliegen unseres Protestes weggelenkt wird: dem Diskurs um die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen und der Wirksamkeit der Grundrechte als Abwehrrechte gegen den Staat.

      Hier noch ein paar Beispiele über das Vorgehen des Verfassungsschutzes in Deutschland:

      Unabhängig davon haben weder Rechts- noch Links-Extremisten die gleichen Ziele wie die Mehrheit der friedlichen Protestbewegung für die Grundrechte, die letzten Frühling aus der Mitte der Gesellschaft entstanden ist.

  2. Im Grundkonsens wird leider mit keinem Wort erwähnt, das man sich von Nazis und Extremismus abgrenzt. Die Bezüge auf das GG sind da nicht ausreichend. Das Autocorso von dem sich hier „distanziert“ wird, ist zudem vom Neonazi Manuel Mann organisiert. Sollte man das nicht mal erwähnen? Sollte man sich nicht ganz klar gegen so jemanden stellen? Immer wieder werden Neo-Nazis, Teile der AfD und NPD auf Demos gesichtet. Von diesen wird sich leider in keiner Weise distanziert. Warum?

    1. Hallo Andreas,

      Du behauptest:

      Im Grundkonsens wird leider mit keinem Wort erwähnt, das man sich von Nazis und Extremismus abgrenzt.

      Genau das Gegenteil ist richtig! Wir grenzen uns von extremistischen Gruppierungen explizit ab. Lies bitte noch mal genau:

      „Wir stehen für eine demokratische, gewaltfreie und tolerante Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Rassismus. Wir distanzieren uns von extremistischen Positionen und Gruppierungen aller Art, die das Grundgesetz ablehnen, als ungültig betrachten, oder das Ziel verfolgen die freiheitlich demokratische Grundordnung zu zerstören.“

      Du schreibst:

      von dem sich hier „distanziert“ wird

      Schreibst Du distanziert in Gänsefüßchen, um unsere Distanzierung in Zweifel zu ziehen? Wir haben uns von den Organisatoren des Autokorso sogar explizit abgegrenzt:

      Mit den Organisatoren des Autokorso wollen wir jedoch in keiner Weise zusammenarbeiten oder assoziiert werden.

      Du schreibst, der Autokorso

      ist zudem vom Neonazi Manuel Mann organisiert.

      Hast Du eine zitierfähige Quelle dafür? Ich habe beim Ordnungsamt Marburg nachgefragt – dort liegt keine Anmeldung eines Autokorso vor. Auf eine Anfrage an den Landkreis dazu habe ich noch keine Antwort. Ich habe aber vom Ordnungsamt erfahren, dass aus Datenschutzgründen das Ordnungsamt den Namen von Veranstaltungsanmeldern nicht nennt. Woher hast Du denn diese Info?

    2. Im Übrigen haben wir uns schon in unserem ersten „12 Punkte“ Positionspapier aus dem Frühjahr 2020 explizit von Extremismus abgegrenzt.

      https://weiterdenken-marburg.de/12-punkte-positionspapier/

      Dort hieß es bereits:

      Wir sind freie Menschen, wir sind gegen Schubladendenken. Wir sind keine Nazis, wir sind gegen jede Form von totalitärem, faschistischem Denken und Handeln

      Gewalt und Extremismus lehnen wir grundsätzlich ab – unabhängig von der Fremd- oder Selbst-Schubladisierung als „rechts“, „links“, „Nazi“, „Antifa“. Wenn „Rechte“ sich mit „Linken“ prügeln, kritisieren wir das und wollen da in keiner Weise mit hineingezogen werden. Aufzuklären, wer da angefangen hat und ob eine Straftat vorliegt, das obliegt jedoch der Polizei und der Staatsanwaltschaft.

      Ebenso ist es zu verurteilen, wenn „Linke“ in Leipzig-Connewitz einen Reisebus von Demonstrationsteilnehmern stoppen und mit Steinen angreifen und dabei Menschen verletzen. Dass diese Gewalttäter sich selbst „Links“ nennen, spielt für mich dabei keine Rolle. Höchstens in sofern, dass ich mir wünschen würde, dass andere „Linke“ sich explizit von diesen Gewalttätern distanzieren.
      https://weiterdenken-marburg.de/2021/02/01/aus-worten-wurden-taten/

      Andreas – spielt es für Dich denn eine Rolle, ob ich diese Connewitz-Gewalttäter jetzt als „Nazis“ oder „Linksextremisten“ bezeichne, um deren Gewalt zu verurteilen?

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